Menu

Online-Gaming verboten: Neues Gesetz im Irak

Gemütlich auf der Couch sitzen, ein paar Snacks knabbern und sich dabei auf bookofra.org die Zeit vertreiben oder vielleicht eine Runde Fortnite spielen – das klingt für viele von uns nach einem schönen Feierabend. Für die Menschen im Irak ist das seit einem Parlamentsbeschluss im April nun nicht mehr so einfach möglich, denn das Land hat verschiedene Shooter- und Video-Games verboten. Aber welche Spiele sind eigentlich davon betroffen, und welcher Hintergrund steckt hinter dem Verbot?

Shooter-Games ab sofort nicht mehr erlaubt

Unter das neue Verbot, das in Baghdad beschlossen wurde, fallen zwar verschiedene Computerspiele. Hauptsächlich betroffen sind allerdings Online Shooter-Games bzw. Sogenannte Battle-Royale-Spiele, darunter die wohl bekanntesten Vertreter des Genres: Fortnite und Playerunknown’s Battlegrounds. Diese beiden Spiele sind internationale Renner und werden von Millionen Gamern rund um den Globus gezockt. Was Fortnite betrifft, so hat eine Jubelpose aus dem Game es sogar aufs internationale Fußballfeld geschafft und dürfte seitdem auch bei Nichtspielern wohlbekannt sein. Aber das Spiel erregt die Gemüter und wird auch in anderen Ländern kritisch betrachtet.

Andere Länder haben bereits ein Verbot durchgesetzt

Der Irak ist nämlich nicht das erste Land, das Spiele dieses Genres – ganz speziell Fortnite und PUB – verboten hat. Bereits in Indien und Nepal sind diese Games verboten worden, weil sie Kinder und Jugendliche negativ beeinflussen und schaden, sowohl gesundheitlich (Stichwort: Spielsucht) als auch moralisch. Der Irak führt zwar dieselben Gründe wie diese beiden Länder ins Feld, doch das sind nicht die Argumente, an denen die meisten Kritiker sich reiben.

Ihnen geht es darum, dass der Staat sich vielmehr für Belange einsetzen sollte, die deutlich dringender sind, beispielsweise die hohe Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen sowie der Ausbau der allgemeinen Infrastruktur in der Stadt und auf dem Land. Der Tenor lautet: Anstatt Computerspiele zu verbieten, sollte man sich lieber darum kümmern, dass die wichtigen Grundbedürfnisse der Menschen gedeckt sind. Ein weiteres großes Problem ist die Korruption im Land. Viele Kritiker empfinden das Verbot der Spiele deshalb als Schlag ins Gesicht der Bevölkerung, die unter ganz anderen Problemen leidet.

Einen merkwürdigen Beigeschmack bekommt das Verbot aber noch durch einen Kommentar eines Geistlichen, der Fornite und PUB dahingehend kritisiert, dass die beiden Online-Games kein richtiges Abbild davon vermitteln würden, wie man vernünftig kämpft oder militärisch vorgeht. Stört es die Oberen also gar nicht so sehr, dass es ums Ballern und Töten geht, sondern dass dieses nicht realitätsnah gestaltet ist? Eine eigenartige Sichtweise, die hier in den Fokus rückt.

Widerstand gegen bestimmte Gaming-Praktiken regt sich

Das Verbot im Irak ist ein weiteres Teil vom großen Puzzle, das sich langsam international zusammensetzt. Nicht nur Battle-Royale-Spiele stehen immer stärker auf dem Radar von Aufsichtsbehörden und Kritikern, auch andere Praktiken in Online-Games werden mittlerweile mit Argusaugen begutachtet. Ein aktuelles Thema sind Lootboxen, sogenannte Beutekisten, die meistens mit echtem Geld gekauft werden müssen. Viele Länder, auch europäische Staaten, haben bereits ein Verbot für diese Boxen ausgesprochen. Softwarehersteller fühlten sich danach gedrängt, Online-Spiele erstmal vom Netz zu nehmen.

Im letzten Jahr haben sich viele Glücksspiel-Behörden für eine Erklärung zusammengetan, darunter Gibraltar, Polen, Frankreich und Großbritannien. Die deutsche Behörde hatte sich zu dem Zeitpunkt noch nicht über ein Verbot geäußert und ist deshalb nicht dabei. Doch in Ländern wie Belgien und Finnland hat die Lage sich weiter verschärft: Die populären Games FIFA 18 und Overwatch wurden von den Behörden als illegales Glücksspiel eingestuft.

0 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.